Confessiones

Was hat es mit der “Rettung der Welt” auf sich?

Nun, zuallererst ist es nur ein Wortspiel.

Das englische Verb “to save” kann sowohl “retten” als auch “sichern” bedeuten.

“To save the world” oder “to save the universe” kann einerseits eine tiefe religiöse Bedeutung haben, es kann auch von diversen Comics mit Superhelden darauf bezug genommen werden, es kann aber letzten Endes schlicht und einfach eine Bezeichnung für das sein, was Google Earth tut, nämlich ein Abbild des Universums persistent abzuspeichern.

Auf diesem Wortspiel beruht die Erzählung “Das dritte Kind”.

Wenn man dann noch dahinterkommt, dass die Metapher vom “Weizenkorn, das in die Erde fällt und stirbt, um reiche Frucht zu tragen”, auch in der Softwaretechnik ihre Bedeutung hat, nämlich dann, wenn man Lösungen, die zum Beispiel in der Applikationsschicht von vielen Applikationen immer und immer wieder implementiert werden, eine Schicht “tieferlegt”, damit man sie eben nur mehr einmal oder zweimal am Hals hat (einmal bei Windows und einmal bei Linux), dann ist die Verwirrung zwischen Realität und Phantasie, zwischen Religion und Naturwissenschaft perfekt.

Man ist dann so eine Art Mittelding zwischen verrücktem Religionsgründer und Nerd.

Und manchmal kommt man selber durcheinander in dieser vielschichtigen Verwirrung von Metaphern und Realitäten.

Der heilige Auftrag

Trotzdem es sich nur um ein Wortspiel handelt, ist in diesem Wortspiel ein Fünkchen Wahrheit enthalten.

Denn wie ist es mit der Militärtechnologie?

Oft ist der militärische Use Case der erste, der eine Technologiefamilie überhaupt ins Leben ruft. Wenn man davon ausgeht, dass Rauchzeichen (die erste “Cloud” Technologie 🙂 ) zuerst einmal militärisch genutzt worden sind, und dass man dann später begonnen hat, auch zivile – verbesserte weil mit weniger Aufwand verbundene – Technologien zu entwickeln, wenn man generell davon ausgeht, dass Geldgeber aus Prinzip knausrig sind und dass Use Cases deswegen permanent gezwungen sind, billiger zu werden, dann ist es klar, dass man nur auf zwei Arten die Stückzahlen steigern kann, um wirtschaftlich und militärisch zu bestehen:

  • entweder man rüstet auf und führt permanent Krieg
  • oder man erhöht die Stückzahlen durch gleichzeitige zivile Nutzung der Technologien

Und so schicken die Militärs ihre “Kinder” in die Welt hinaus, damit sie erwachsen werden, gleichzeitig singen sie “Junge, komm’ bald wieder” in der Hoffnung, dass die Technologie wirklich erwachsen wird und dann zu ihnen – billiger – zurückkehrt.

Und diese große Schleife, die sich jeden Tag ereignet, muss man verstehen, damit man versteht, warum ich daran mitwirke, dass die beiden Kinder “Conrad Peter” (Multiuser Szenen) und “Otto” (Virtual Globes bzw. Universes) erwachsen werden und ihren Weg zurück finden.

Denn niemand, der bei Trost ist, will den Krieg, schon gar nicht der Soldat.

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